Mountainbike-Trails
Sicherheit erhöhen

Credits Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Antrag: Mehr Sicherheit durch legale Mountainbike-Trails
Nach unserer Kenntnis arbeitet die Stadtverwaltung seit längerer Zeit an einem Konzept für mehr als 20 legale Mountainbike-Trails im Stuttgarter Wald. Der Bedarf an attraktiven und legalen Angeboten ist unbestritten. Die zuständige Sachbearbeitung erleben wir dabei ausdrücklich mit einer hohen Ermöglichungskultur und dem klaren Willen, legale Trails voranzubringen.
Umso unbefriedigender ist es, dass die Legalisierung bislang kaum vorankommt. Nach unseren Informationen stößt die zuständige Sachbearbeitung dabei immer wieder an rechtliche und fachliche Grenzen. Ein Teil davon liegt beim Land: Die Zwei-Meter-Regel des Landeswaldgesetzes erschwert die Entwicklung eines modernen Trailnetzes erheblich. Zugleich bestehen offenbar auch innerhalb der Stuttgarter Verwaltung Hürden. Insbesondere die naturschutzrechtliche Bewertung durch die Untere Naturschutzbehörde führt nach unseren Informationen zu sehr aufwendigen Prüfverfahren. Deshalb muss geklärt werden, ob vorhandene rechtliche Spielräume ausreichend genutzt oder teilweise unnötig restriktiv ausgelegt werden.
Der Blick über die Stadtgrenze zeigt, dass es mit derselben baden-württembergischen Rechtslage auch anders gehen kann. Im Rems-Murr-Kreis wurden bereits in elf Kommunen 48 Trails konzipiert, errichtet und freigegeben. Natürlich sind die Rahmenbedingungen in Stuttgart andere: Die verfügbaren Flächen sind begrenzter und der Nutzungsdruck ist hoch. Das rechtfertigt sorgfältige Prüfungen, aber keinen jahrelangen Stillstand.
Gerade aus Sicht der Sicherheit spricht vieles für legale Trails. Heute entstehen dort, wo Angebote fehlen, informelle, selbst gebaute Strecken. Das führt nicht selten zu Konflikten mit Spaziergängern, Joggern und anderen Waldnutzern, weil Streckenführung, Querungen und Nutzung nicht geordnet sind. Legalisierte Trails schaffen dagegen klare Wegeführungen, definierte Bereiche und eine bessere Besucherlenkung. Sie können damit helfen, Nutzungskonflikte zu reduzieren und die Sicherheit für alle Beteiligten zu erhöhen.
Für uns ist dabei ebenso klar: Wer legale und attraktive Angebote schafft, darf im Gegenzug auch erwarten, dass illegale Trails künftig nicht mehr befahren und keine neuen nicht genehmigten Strecken angelegt werden. Genau darin liegt der eigentliche Sicherheitsgewinn für alle Waldnutzer. Wenn Mountainbiker verlässlich auf ausgewiesene Strecken gelenkt werden, sinkt das Risiko unübersichtlicher Querungen, überraschender Begegnungen und ungeordneter Streckenführungen deutlich.
Erfreulicherweise haben wir bereits vernommen, dass die offiziellen Vertreter der Stuttgarter Mountainbike-Community bereit sind, hierfür Verantwortung zu übernehmen und innerhalb der Community entsprechend darauf hinzuwirken. Dieses Engagement ist wichtig. Es kann jedoch nicht allein dabeibleiben. Nach einer Legalisierung muss auch die Stadtverwaltung ihren Teil beitragen und die Kontrollen im Wald dort verstärken, wo weiterhin illegale Trails genutzt oder neu angelegt werden. Ein attraktives legales Angebot und eine konsequente Durchsetzung der gemeinsam vereinbarten Regeln gehören für uns zusammen.
Nur wenn beides gelingt – attraktive legale Trails auf der einen und die konsequente Beendigung der Nutzung illegaler Strecken auf der anderen Seite – entsteht am Ende ein echter Gewinn für alle Waldnutzer.
Final muss es unser Ziel sein, schneller zu einem attraktiven, sicheren und naturverträglichen Netz legaler Trails in Stuttgart zu kommen und damit endlich spürbare Fortschritte bei der Sportförderung und der Sicherheit im Wald zu erreichen.
Wir beantragen einen zeitnahen Bericht im Verwaltungsausschuss zu folgenden Fragen:
1.) Welche konkreten Mountainbike-Trails auf Stuttgarter Gemarkung werden derzeit von der Stadtverwaltung geplant, geprüft oder für eine Legalisierung vorbereitet und in welchem Verfahrensstand befinden sich die jeweiligen Strecken?
2.) Aus welchen Gründen kommt die Legalisierung und Umsetzung der vorgesehenen Trails bislang nur äußerst langsam voran? Dabei bitten wir insbesondere um eine Darstellung der rechtlichen, fachlichen und naturschutzrechtlichen Hürden sowie der jeweils erforderlichen Gutachten und Prüfungen.
3.) An welchen Stellen schränken landesrechtliche Vorgaben die Legalisierung konkret ein und in welchen Fällen legt die Landeshauptstadt Stuttgart strengere Maßstäbe an, als dies rechtlich zwingend erforderlich wäre? Welche bestehenden Spielräume werden derzeit genutzt beziehungsweise könnten künftig stärker genutzt werden?
4.) Welche konkreten Schritte plant die Stadtverwaltung, um die Verfahren zu beschleunigen und zeitnah legale Mountainbike-Trails zu ermöglichen? Dabei bitten wir auch um eine Einschätzung, welche Erfahrungen aus anderen Kommunen und Landkreisen in Baden-Württemberg auf Stuttgart übertragbar sind.
5.) Welche Zusage haben die offiziellen Vertreter der Stuttgarter Mountainbike-Community gegenüber der Stadtverwaltung abgegeben, bei einem legalen Trailangebot innerhalb der Community darauf hinzuwirken, dass illegale Strecken künftig nicht mehr befahren und keine neuen nicht genehmigten Trails angelegt werden? Wie könnte die Stadtverwaltung dies im Zuge einer Legalisierung durch entsprechende Kontrollen im Wald unterstützen?
Antragssteller: Jürgen Sauer / Alexander Kotz / Dr. Markus Reiners / Klaus Wenk / Nicole Porsch / Anita von Brühl / Leonard Rzymann
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