Oper sparen


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Credits Bild: Wikipedia, Rudolphu, CC BY-SA 4.0

Amtsblatt 21/2026

Oper: Erst sparen, dann planen

Die Württembergischen Staatstheater sind eines der bedeutendsten kulturellen Aushängeschilder unseres Landes. Dass das Gebäudeensemble am Oberen Schlossgarten umfassend saniert werden muss, steht für uns außer Frage. Ebenso klar ist aber: Gerade in Zeiten knapper Kassen müssen wir Großprojekte so planen, dass sie am Ende auch finanzierbar bleiben. Deshalb haben wir einen Antrag eingebracht, der genau dieses Ziel verfolgt.

Mit unserem Vorschlag wollen wir den Beschluss zum Interimsstandort um zwei Monate vertagen. Diese Zeit soll genutzt werden, um gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg verbindliche Eckpunkte für eine wirtschaftlichere Planung der eigentlichen Opernsanierung zu vereinbaren. Denn dort liegen die größten finanziellen Herausforderungen. Wir schlagen unter anderem vor, das Raumprogramm deutlich zu reduzieren, keinen Neubau des Kulissengebäudes einzuplanen sowie die inzwischen veränderten Rahmenbedingungen – etwa eine künftig geringere Mitarbeiterzahl – konsequent in die Planungen einzubeziehen. Auch der Verzicht auf die Kreuzbühne ist uns wichtig. Ziel ist es, die Planungen von Anfang an auf realistische Grundlagen zu stellen und erhebliche Kosteneinsparungen zu ermöglichen.

Warum wir diesen Schritt für notwendig halten, zeigt das Beispiel der Interimsspielstätte. Dort wurde jahrelang auf Basis veralteter Annahmen geplant. Die Folge: Aus einer Kostenschätzung von 104 Millionen Euro im Jahr 2019 wurden 450 Millionen Euro im Jahr 2025. Erst danach mussten Land und Stadt die Notbremse ziehen. Aufwendige Umplanungen verzögerten das Projekt um fast ein Jahr und verursachten zusätzliche Kosten von mindestens zwei Millionen Euro. Ein solcher Fehler darf sich bei der eigentlichen Opernsanierung nicht wiederholen. Gleichzeitig fordern wir vom Land Baden-Württemberg ein klares politisches Bekenntnis zum Gesamtprojekt und zur anteiligen Finanzierung aller Teilprojekte. Wer die Opernsanierung gemeinsam tragen will, muss auch gemeinsam Verantwortung übernehmen. Unser Ziel ist eindeutig: Wir wollen die Opernsanierung voranbringen – aber mit einer Planung, die den heutigen finanziellen Realitäten gerecht wird. Nur wenn jetzt die richtigen Weichen gestellt werden, verhindern wir teure Umplanungen und erhöhen die Chance, dass dieses bedeutende Kulturprojekt am Ende auch tatsächlich umgesetzt werden kann.

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