Altkleidercontainer
Wie fortfahren?

Credits Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Antrag: Ausgekehrter Zuschuss zur Aufrechterhaltung der Sammlung von Alttextilien durch gemeinnützige Sammlungsträger für das Jahr 2025, Antrag zur Vorlage 0427/2026 BV
Die Wiederverwertung benutzter Kleidung und anderer Alttextilien ist ein wichtiger Beitrag im Bereich der Ressourcenschonung. Wir unterstützen diesen Ansatz ausdrücklich und danken den in unserer Stadt beteiligten Organisationen und Einrichtungen für deren Engagement hierbei ausdrücklich.
Allerdings sehen wir auch, dass das sehr dezentrale System der aufgestellten Sammelcontainer im Stadtgebiet zunehmend nicht mehr gut funktioniert.
Regelmäßig überfüllte Sammelcontainer führen zu häufigen wilden Ablagerungen im Umfeld der Container, wodurch noch gute Kleidung und andere Alttextilien durch Nässe und Schmutz zerstört und meist nur noch als Müll entsorgt werden können. Natürlich verleiten solche „wilden Müllhalden“ in den Stadtteilen auch dazu, weiteren Müll einfach dort abzuladen, was die öffentliche Sauberkeit im Umfeld der Container stark beeinträchtigt.
Dies führt auch zu weiteren Kosten eines ohnehin schon finanziell angespannten Sammelsystems. Neben dem Erlass von Sondernutzungsgebühren durch die Landeshauptstadt sollen gemeinnützige Sammlungsträger im Jahr 2025 Zuschüsse in Höhe von rund 157.000 Euro aus Mitteln der AWS erhalten. Darüber hinaus prüft die AWS offenbar die Beauftragung eines externen Dienstleisters zur Sicherstellung der Sauberkeit im Umfeld der Altkleidercontainer, was mit weiteren zusätzlichen Kosten verbunden wäre.
Vor diesem Hintergrund stellt sich aufgrund der technisch häufig nicht sinnvoll funktionierenden Sammlung über Container (beschädigte Kleidung und andere Alttextilien im Umfeld der Container) und der angespannten städtischen Finanzen die Frage, ob das bisherige Modell eines flächendeckenden Netzes an Altkleidercontainern im öffentlichen Straßenraum langfristig noch sinnvoll und tragfähig ist. Unabhängig davon gilt es, die europarechtlich vorgeschriebene getrennte Sammlung von Alttextilien selbstverständlich weiterhin sicherzustellen. Bereits heute bestehen hierfür jedoch alternative Abgabemöglichkeiten über Wertstoffhöfe, karitative Einrichtungen, Sozialkaufhäuser sowie weitere Sammelstellen.
Die Stadtverwaltung bitten wir darzustellen, welche alternativen Möglichkeiten zur bisherigen Sammelsituation es für Stuttgart unter weiterer Mitwirkung der bisherigen Partner gäbe.
Wir beantragen, die folgenden Fragen vor der Beschlussfassung zur Vorlage 0427/2026 zu beantworten:
1.) Wie beurteilt die Stadtverwaltung die Zukunftsfähigkeit des aktuellen Systems der Altkleidersammlung, das überwiegend auf im öffentlichen Raum aufgestellten Containern basiert?
2.) Wie bewertet die Stadtverwaltung die derzeitige und künftig zu erwartende finanzielle Belastung für die Stadt durch das System der Altkleidersammlung mittels öffentlich aufgestellter Container?
3.) Wie bewertet die Verwaltung die aktuelle Situation rund um die im öffentlichen Straßenraum aufgestellten Altkleidercontainer im Hinblick auf Vermüllung, den Verlust von Altkleidung durch Ablagerungen neben überfüllten Containern, Beschwerden aus der Bürgerschaft sowie die Auswirkungen auf die Stadtsauberkeit?
4.) Welche alternativen Sammelmöglichkeiten zu den Containern stehen den Bürgern bereits heute in Stuttgart zur Verfügung (z. B. Wertstoffhöfe, karitative Einrichtungen, Sozialkaufhäuser oder zentrale Sammelstellen) und wäre der Ausbau solcher Sammelstellen möglich und wenn ja mit welchem Aufwand?
5.) Wie bewertet die Verwaltung alternative Modelle anderer Städte — z.B. das Vorgehen der Stadt Wien, die angekündigt hat, die Sammlung über Altkleidercontainer ab dem 01.01.2027 einzustellen?
Antragssteller: Alexander Kotz / Dr. Markus Reiners / Jürgen Sauer / Anita von Brühl
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