Ergänzungsbahnhof


Bedarfsstudie

Amtsblatt: 31/2022

Ergänzungsbahnhof wohl nur heiße Luft?

Mit großem medialen Aufschlag hat im Juni 2021 Verkehrsminister Winfried Hermann die Idee eines weiteren zusätzlichen unterirdischen Bahnhofs im Stuttgarter Talkessel aus dem Hut gezaubert. Aus seiner Sicht würden dadurch die fehlenden Kapazitäten im neuen Stuttgart 21 Durchgangsbahnhof beseitigt werden, die es seiner Meinung nach gibt. Seine Kosten-, Planungs- und Bauzeitprognosen für diesen zweiten Bahnhof haben Fachleute aus allen Bereichen der Bahninfrastruktur zum gemeinsamen Kopfschütteln bewegt. Auch die im Juni 2021 vorgelegte Machbarkeitsstudie "Ergänzungsbahnhof" führt nicht weiter.

Der Stuttgarter Gemeinderat und die Stadtverwaltung haben mehrfach erklärt, dass sie in dieser Idee in erster Linie die große Gefahr sehen, dass die dringend in Stuttgart benötigten Wohnungen auf den bisherigen Gleisflächen im Eigentum der Stadt um mindestens 15 Jahre verzögert werden. Dazu müssten die Stuttgarterinnen und Stuttgarter auf weitere lange Zeit nach der Fertigstellung von S21 eine große Baustelle im Herzen der Innenstadt ertragen. Dies steht auch in Widerspruch zu den Verträgen, die Stadt und Land mit der Bahn sowie dem "Verband Region Stuttgart" geschlossen haben, um auf den frei werdenden Flächen Städtebau zu verwirklichen.

Um den "Hermannschen-Bahnhof" ist es mittlerweile sehr ruhig geworden. Die von seinem Ministerium angekündigte Studie zum verkehrlichen Bedarf und zum Kosten-Nutzen Verhältnis des zweiten Bahnhofs ist längst überfällig. Mittlerweile wurde auch die Diskussion um einen dauerhaften oberirdischen Anschluss der Panoramastrecke an den bisherigen Kopfbahnhof mit guten Argumenten zu den Akten gelegt. Mit der Bahn und weiteren Projektpartnern wurden stattdessen weitere sinnvolle Verbesserungen der Schieneninfrastruktur vereinbart.

Um auch die Idee eines zweiten Bahnhofs endgültig zu den Akten legen zu können, bedarf es zeitnah eines Ergebnisses, damit wir uns auf die Arbeit der Stadtplanung im Rosensteinquartier konzentrieren können. Wir haben daher bei der Stadtverwaltung angefragt, ob mittlerweile eine Studie des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zum verkehrlichen Bedarf des Ergänzungsbahnhofs, zum Kosten-Nutzen-Faktor oder/und zur notwendigen Planungs- und Bauzeit mittlerweile vorliegt.

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