Hybride Radwege
Bedarfsgerechte Mobilität

Antrag: Bedarfsgerechte Nutzung begrenzter Verkehrsflächen
Der öffentliche Verkehrsraum in der Stadt ist begrenzt und kann nicht beliebig erweitert werden. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Verkehrsflächen so zu nutzen, dass sie dem heute tatsächlichen und vermutlich auch künftigem Bedarf möglichst effizient und flexibel gerecht werden. Gerade der Radverkehr weist dabei voraussichtlich deutliche saisonale und witterungsbedingte Schwankungen in seiner Nutzung auf.
Vor diesem Hintergrund besteht aus Sicht der CDU-Fraktion Potenzial, Verkehrsflächen im öffentlichen Raum künftig flexibler zu gestalten. Ein möglicher Ansatz liegt in der Einführung hybrider Radwege, die je nach Jahreszeit unterschiedlich genutzt werden können. Auf diese Weise könnte vorhandene Verkehrsfläche bedarfsgerecht angepasst werden, ohne dauerhaft Kapazitäten für den Radverkehr zu privilegieren, dessen Nutzung vermutlich saisonal deutlich schwankt.
Ein vergleichbarer Gedanke lässt sich aus unserer Sicht auch auf die Planung neuer Parkhäuser übertragen. Durch hybride Stellplatzkonzepte können Flächen so gestaltet werden, dass sie abhängig vom tatsächlichen Bedarf entweder dem motorisierten Individualverkehr oder dem Fahrradverkehr zur Verfügung stehen. Dies ermöglicht eine effizientere Ausnutzung des geschaffenen Parkraums und erhöht zugleich die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Nutzungsanforderungen im Jahresverlauf.
Ziel unserer Überlegungen ist es, die knappe Verkehrsfläche im öffentlichen Raum insgesamt bedarfsgerecht, flexibel und funktional zu nutzen. Hybride Lösungen können hierzu einen Beitrag leisten, indem sie auf veränderte Nutzungen reagieren, ohne langfristig starre Strukturen zu schaffen.
Wir beantragen einen zeitnahen Bericht im Stadtentwicklungsausschuss zu folgenden Punkten:
1.) Transparenz und Datengrundlage Radverkehr
Die Verwaltung wird gebeten, die Radverkehrszahlen an allen bestehenden Zählstellen im Stadtgebiet monatlich aufzubereiten und standortbezogen darzustellen. Ziel ist es, eine nachvollziehbare Grundlage der saisonalen Fahrradmobilität über den Jahresverlauf zu erhalten.
2.) Prüfung hybrider Radwege
Die Verwaltung wird gebeten darzustellen, wie sie die Idee hybrider Radwege bewertet und aufzuzeigen, auf welchen neu geplanten oder bestehenden Radwegen eine saisonale Umwandlung in der kalten Jahreszeit grundsätzlich sinnvoll und denkbar erscheint. Dabei sollen insbesondere technische, verkehrliche und rechtliche Rahmenbedingungen skizziert werden.
3.) Hybride Stellplatzkonzepte in neuen Parkhäusern
Die Verwaltung wird gebeten darzustellen, inwiefern bei der Planung neuer Parkhäuser hybride Stellplatzkonzepte grundsätzlich denkbar sind, die eine flexible Nutzung von Stellflächen je nach Jahreszeit und tatsächlichem Bedarf für den motorisierten Individualverkehr oder den Fahrradverkehr ermöglichen. Ziel ist eine Einschätzung zur bedarfsgerechten und effizienten Nutzung des in neuen Parkhäusern geschaffenen Parkraums.
Antragssteller: Alexander Kotz / Leonard Rzymann / Michael Warth
Hashtags: #mobilität #rad #auto #bedarf #JetztHandeln #politik #cdu #StuttgartCity #benztown #stuttgart