Parken Uni Vaihingen
Parkraummanagement

Credits Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Antrag: Parkraumbewirtschaftung am Universitätscampus Vaihingen sozialverträglich gestalten und Verdrängungseffekte vermeiden
Die aktuelle öffentliche Kritik der Studentenvertreter der Universität Stuttgart am Standort Vaihingen, die wir vollumfänglich teilen, möchten wir zum Anlass nehmen, sinnvolle Anpassungen bei der Parkraumbewirtschaftung dort einzufordern.
Bei der zum 1. August eingeführten Parkraumbewirtschaftung am Universitätscampus Vaihingen, die durch den ehemaligen grünen Verkehrsminister Winfried Herrmann forciert und umgesetzt wurde, sehen wir zwei große Probleme.
Zunächst einmal ist der von der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW) als Betreiberin gewählte Zeitpunkt äußerst unglücklich. Das Parkraummanagement wird logischerweise zu einem Verdrängungseffekt führen – dieser wurde während des 14-jährigen Bestehens des Parkraummanagements in Stuttgart häufig beobachtet – und die Autofahrer dazu bewegen, kostenlos in den angrenzenden Wohngebieten zu parken. Der daraus resultierende Unmut der Anwohner wird bereits jetzt an die Stadtverwaltung herangetragen und sich sicherlich zum 1. Oktober, wenn das Wintersemester startet, noch einmal deutlich verschärfen. Dieses Problem könnte man einfach auflösen, indem man die von der Stadt Stuttgart geplante Einführung des Parkraummanagements in den benachbarten Wohngebieten, die für Oktober 2027 vorgesehen ist, abwartet und die Parkraumbewirtschaftung an der Universität vorerst aufhebt.
Zum anderen sehen wir auch ein großes soziales Problem. Von jungen Studenten, deren finanzielle Möglichkeiten bekanntlich überschaubar sind, kann man nicht jährlich einen deutlich dreistelligen Betrag für das Parken auf dem Universitätsgelände verlangen. Wer sich als Student entscheidet, mit dem Auto zur Universität zu fahren, hat häufig keine bessere oder kostengünstigere Alternative. Unser Ziel sollte es doch sein, die besten Absolventen hervorzubringen. Wie viel Kosten und Zeit sie für ihre tägliche Anreise einplanen müssen, spielt für Ihre Lerntätigkeit keine unerhebliche Rolle.
Als Gradmesser dafür, was wir anstelle des aktuellen Semestertarifs von 125 Euro für sechs Monate als angemessene und sozialverträgliche Parkgebührenhöhe erachten, schlagen wir eine grobe Orientierung an den Kosten für einen Anwohnerparkausweis in Stuttgart vor, der seit 1. Juli 2026 bei 55 Euro im Jahr liegt. 27,50 Euro kostet der Halbjahresausweis.
Die Lebenshaltungskosten sind in Stuttgart bereits überdurchschnittlich hoch. Das muss bei der Festsetzung von neuen Gebühren – insbesondere für junge Menschen wie Studenten – unbedingt beachtet werden. Dass die Studenten am Standort Vaihingen bereits heute schon jährlich etwa fünfmal so viel bezahlen sollen wie die Anwohner in den danebenliegenden Wohngebieten ab Herbst kommenden Jahres, ist absurd und völlig unverhältnismäßig.
Wir hoffen, dass sich das Land kompromissbereit zeigt und gemeinsam mit der Stadt zunächst einmal prüft, inwiefern die Situation jetzt oder in Zukunft sowohl für die Anwohner als auch für die Studenten verbessert werden kann.
Wir beantragen:
1.) Die Stadtverwaltung setzt sich gegenüber dem Land Baden-Württemberg und der PBW dafür ein, die zum 1. August 2026 eingeführte Parkraumbewirtschaftung am Universitätsstandort Stuttgart-Vaihingen bis zur Einführung des städtischen Parkraummanagements in den angrenzenden Wohngebieten - derzeit geplant für Oktober 2027 - auszusetzen.
2.) Außerdem soll die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Universität und den Studierendenvertretungen ein sozialverträgliches Gebührenmodell zu entwickeln. Der Semestertarif für Studierende soll deutlich reduziert werden und sich mehr am Stuttgarter Bewohnerparkausweis von 55 Euro pro Jahr orientieren.
Antragssteller: Jürgen Sauer / Alexander Kotz / Dr. Carl-Christian Vetter / Isabelle Weichselgartner
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