Stuttgart 21


Einblick in den neuen Bahnhof

Amtsblatt 17/2026

Allerletzte Chance für die DB

Stuttgart 21 bleibt eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Deutschlands und wir als CDU-Gemeinderatsfraktion stehen unverändert hinter diesem Zukunftsprojekt, daran hat sich für uns nichts verändert. Der neue Bahnknoten wird den Schienenverkehr langfristig leistungsfähiger machen, die Anbindung unserer Landeshauptstadt verbessern und neue städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Was sich allerdings verändert hat, ist das Vertrauen in die Deutsche Bahn.

Zu viele Terminverschiebungen, zu viele gebrochene Zusagen und zu viele Enttäuschungen haben dazu geführt, dass die Deutsche Bahn ihren Kredit bei den Bürgern verspielt hat. Wer über Jahre immer wieder neue Zeitpläne präsentiert und diese anschließend nicht einhält, darf sich über die zunehmende Skepsis nicht wundern. Deshalb gilt: Der nun vorgestellte Zeitplan muss dringend eingehalten werden. Weitere Verzögerungen wären nicht akzeptabel. Stuttgart braucht endlich Verlässlichkeit statt immer neuer Ankündigungen.

Mit Evelyn Palla trägt nun eine neue DB-Chefin die Verantwortung für Stuttgart 21. Wir begrüßen, dass sie einen anderen Ton anschlägt und die Herausforderungen offen benennt. Jetzt kommt es darauf an, mit Demut, größtem Engagement und voller Konzentration an der Umsetzung zu arbeiten. Vertrauen entsteht nicht durch Worte, sondern durch Ergebnisse. Die Bürger erwarten zu Recht, dass die Deutsche Bahn ihre Zusagen endlich einhält und das Projekt erfolgreich zum Abschluss bringt.

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die bevorstehenden Einschränkungen für die Fahrgäste. Während der weiteren Bauarbeiten werden umfangreiche Schienenersatzverkehre notwendig sein. Palla hat angekündigt, diese auf ein neues Niveau zu heben. An diesem Anspruch wird sie sich messen lassen müssen. Wer Fahrgäste auf Busse umleitet, muss für ausreichend Kapazitäten, pünktliche Anschlüsse, verständliche Fahrgastinformationen und einen reibungslosen Ablauf sorgen. Nur wenn der Ersatzverkehr zuverlässig funktioniert, bleibt der ÖPNV auch während der Bauphase attraktiv. Wir werden die weitere Entwicklung konstruktiv, aber kritisch begleiten.

Damit dieses Jahrhundertprojekt am Ende auch als Erfolg wahrgenommen wird, muss die Deutsche Bahn jetzt beweisen, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Nur so kann verloren gegangenes Vertrauen Schritt für Schritt zurückgewonnen werden.

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